Empfehlungen des Fachverbandes Sanitär-, Heizungs- und
Klimatechnik Mecklenburg-Vorpommern, um kurz- bis mittelfristig
Einsparmöglichkeiten im Wärmebereich zu erzielen

Deutschland und damit auch Mecklenburg-Vorpommern müssen ihren absoluten Gasverbrauch stark reduzieren, um das Einsparziel der Europäischen Gemeinschaft von 15 Prozent zu erreichen. Nach einer Rechnung der Deutschen Presse-Agentur basierend auf Daten der EU-Kommission muss die Bundesrepublik von Anfang August bis März nächsten Jahres gut zehn Milliarden Kubikmeter weniger Gas verbrauchen, um auf den von den EU-Ländern vereinbarten Wert zu kommen.

Der Fachverband Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Mecklenburg-Vorpommern hat hierzu eine Übersicht zu Maßnahmen für Mieter, Eigenheimbesitzer und Hausverwalter/Vermieter entwickelt, um kurz- bis mittelfristig Energieeinsparungen im Wärmebereich zu erzielen.

Natürlich sind nicht alle Maßnahmen immer sinnvoll und erforderlich, da sich moderne, vom Fachhandwerker regelmäßig gewartete Anlagentechnik bereits auf dem optimalen Stand befindet.

Insofern sind Kunden mit Wartungsvertrag natürlich im Vorteil.Der Fachverbandes empfiehlt den Kunden ohne Wartungsvertrag das Verbraucherportal www.Serviceportal-shk.de auf dem potentielle Fachbetriebe für die jährliche Überprüfung der technischen Heizungsanlage gefunden werden können.

Insbesondere bei Mehrfamilienhäusern, aber auch beim klassischen Eigenheim mit älteren Anlagen und solchen, die nicht regelmäßig gewartet werden, empfehlen wir verschiedene Maßnahmen mit dem Innungsfachbetrieb zu besprechen.

Hohe Einsparpotentiale lassen sich am ehesten durch ein individuelles Maßnahmenbündel, beispielsweise bestehend aus dem hydraulischen Abgleich, dem Einbau elektronischer Thermostate an den Heizkörpern, oder bei externen Heizungspumpen dem Austausch gegen Hocheffizienzpumpen, erreichen.

Kurzfristige Maßnahmen zur Energieeinsparung für die Heizperiode 2022/23
Maßnahmen die jeder Mieter/Eigenheimbesitzer durchführen kann

Maßnahmen Mieter:

Heizzeiten (z. B. elektronische Thermostate an den Heizkörpern)
unterschiedliche Wärme in den einzelnen Räumen durch Türen regeln

Raumtemperatur senken

richtiges Lüften

Maßnahmen Eigenheimbesitzer:

Heizzeiten (z. B. elektronische Thermostate an den Heizkörpern)
unterschiedliche Wärme in den einzelnen Räumen durch Türen regeln

Raumtemperatur senken

richtiges Lüften

Heizungseinstellungen im Zuge der Wartung von der Wartungsfirma mit Vertrag prüfen lassen (Heizkurve, Vorlauftemperatur, Warmwassertemperatur etc.)

Hydraulischer Abgleich (wenn dieser noch nicht durchgeführt wurde; einmalig ist ausreichend)

bei externen Heizungspumpen ist ein Austausch gegen Hocheffizienzpumpe zu empfehlen

alte Zirkulationspumpen austauschen gegen sparsamere mit Zeitsteuerung

Heizungsleitungen in nicht bewohnten Räumen isolieren

Dämmmaßnahmen für die Kellerdecke prüfen

 Maßnahmen Hausverwalter/Vermieter:

Heizungseinstellungen im Zuge der Wartung von der Wartungsfirma mit Vertrag prüfen lassen (Heizkurve, Vorlauftemperatur, Warmwassertemperatur, Abschalttemperatur Sommer-Winter, Heizzeiten etc.)
Hydraulischer Abgleich (wenn dieser noch nicht durchgeführt wurde; einmalig ist ausreichend)

bei externen Heizungspumpen ist ein Austausch gegen Hocheffizienzpumpe zu empfehlen

Austausch von alten Zirkulationspumpen gegen sparsamere mit Zeitsteuerung

Prüfung der Heizkörpereinstellung in Hausfluren, Kellern, Tiefgaragen, eventuell Thermostat als Behördenmodell – Festeinstellung der Temperatur manipulationssicher

Dämmmaßnahmen für die Kellerdecke prüfen

undichte Fenster und Haustüren abdichten

automatische Schließsysteme für Haustüren

Prüfung der Einstellung von Badlüftern inklusive Filterreinigung

Heizungsleitungen in nicht bewohnten Räumen mit 100 % isolieren

Informationen an die Mieter

Wir empfehlen einen Heizungscheck durch den SHK-Fachbetrieb, wenn

a. das Brennwertgerät älter als 10 Jahre ist oder
b. die Anlage älter als 5 Jahre ist und kein Wartungsvertrag besteht.

Bitte beachten: Der Heizungscheck umfasst lediglich die Überprüfung und Einstellung der Heizung – weitere Maßnahmen wie z. B. elektronische (und programmierbare) Heizkörperthermostate, der Einbau elektronisch geregelter Durchlauferhitzer, Leitungsdämmung im Keller, Hydraulischer Abgleich, Pumpentausch usw. sind darauf aufbauende Maßnahmen zur Optimierung.